Auch im Jahr 2021 setzt sich der Siegeszug von IoT (Internet of Things) fort. Immer mehr deutsche Unternehmen verzeichnen erfolgreiche IoT-Projekte. Trotz der Corona-Pandemie investieren Unternehmen weiterhin in die IoT-Technologie. Aufgrund des momentanen Ausbaus des 5G-Netzes in Deutschland, planen Unternehmen zukünftige Einsatzszenarien mit IoT. Bei einer Umfrage von IDG Research Services wurden 411 Führungskräfte von Unternehmen aus der DACH-Region nach ihren Ansichten, Plänen und Projekten zum Thema Internet of Things befragt. Was dabei herauskam, erfahren Sie im weiteren Verlauf dieses Blogbeitrags.

Zahlen zu IoT

Welcher Nutzen, welcher Mehrwert stellt sich für Ihr Unternehmen konkret ein? Die Mehrheit der Befragten gaben die Antwort Optimierung bestehender Geschäftsprozesse (47 Prozent). Davon waren es 59 Prozent der Unternehmen, die mehr als 1.000 Mitarbeiter hatten. Auf dem zweiten Platz landete die Antwort Reduktion von Kosten mit 37 Prozent. Hier sind die Werte für große Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern mit 44 Prozent ebenfalls hoch. Interessanterweise lag das Thema Kostensenkung im vergangenen Jahr nur auf dem fünften Platz. Etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Befragten haben angegeben, dass IoT-Projekte bestehende Services oder Produkte verbessert und 35 Prozent haben ihren Umsatz gesteigert.

Meinungen zu IoT

IoT ist ein Trend, der sich fortsetzt. Unternehmen durchführen IoT-Projekte, um bestehende Prozesse effizienter zu gestalten und Kosten zu senken. Klassische Unternehmensziele wie neue Geschäftschancen, neue Serviceangebote oder neue Kundenpotenziale geraten stattdessen in den Hintergrund. Diese Entwicklung bestätigen neuste Zahlen. Im Vorjahr lag die Entwicklung von neuen Produkten und Services noch auf dem dritten Platz mit 35 Prozent. Dieses Jahr reichte es mit 31 Prozent nur noch für den fünften Platz.

Experten sagen voraus, dass es in Zukunft nicht mehr ausreichen würde, mit IoT bestehende Prozesse, Services und Produkte zu optimieren. Unternehmen, die weltweit im Wettbewerb stehen, sollten auf neue Geschäftschancen abzielen. Laut Karsten Pradel, dem Leiter des Geschäftskundenbereichs bei Telefónica Deutschland, verschiebt sich die Prioritäten aufgrund der Corona-Pandemie. Sie ist der Treiber der Digitalisierung und wird sich in Zukunft bezüglich neuer Geschäftsmodelle auszahlen. Das Virus zwingt Unternehmen umzudenken und neue Geschäftsmodelle sowie digitale Lösungen anzugehen, um wirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen.

„Bei Projekten, die wir derzeit bei den Unternehmen sehen, wird IoT vermehrt in den Kernprozessen implementiert, und dafür werden die Systeme entsprechend umgerüstet. Den Schwerpunkt bilden dabei die Kategorien Qualitätssicherung, Industrie 4.0 und Smart Connected Products. Die Einsatzszenarien werden vielfältiger, vor allem durch den künftigen Ausbau von 5G.“
– Karsten Pradel, Telefónica

Marten Schirge, Geschäftsführer und Chief Sales & Marketing bei Device Insight ist der Meinung, dass viele Unternehmen bei der Umsetzung von IoT-Projekten zu früh evaluieren und stoppen Projekte, die nicht innerhalb kürzester Zeit einen Return on Invest erbringen. „Für erfolgreiche, innovative IoT-Vorhaben braucht es aber eine langfristige Vision und mitunter auch einen langen Atem. Corona hat diese vorsichtige Herangehensweise noch verstärkt. Doch dadurch wird nur der Abstand zwischen den Innovationsvorreitern und den Nachzüglern größer“, so Schirge weiter. Die größten Chancen haben für ihn neue IoT-basierte Geschäftsmodelle und Services wie z.B. Pay-per-Use oder Equipment-as-a-Service-Modelle.

Das Internet of Things ist mittlerweile in den Unternehmen angekommen und ein fester Bestandteil der digitalen Transformation. Die Zahl, vor allem aber auch der Reifegrad der IoT-Projekte wird in den kommenden Jahren zunehmen – weg von Einzellösungen, hin zu übergreifenden, skalierbaren IoT Solutions. 5G und die Möglichkeiten der Ultra-reliable and Low Latency Communication (uRLLC), robuste Verbindungen mit niedriger Latenz herzustellen, werden hier eine zentrale Rolle als Enabler in der Industrie spielen.“
– Marten Schirge, Device Insight

Einsatz von KI, 5G und Edge Computing in IoT-Szenarien

KI

Zu den wichtigsten Technologien der Digitalisierung zählen künstliche Intelligenz, 5G und Edge Computing. Das Thema KI wird heutzutage in Unternehmen großgeschrieben. Nur wenige Unternehmen haben laut der Studie immer noch keine KI-Projekte umgesetzt. KI wird vor allem in den Anwendungsbereichen Data Analytics, intelligente Assistenzsysteme und intelligente Automatisierung eingesetzt. Die Kombination aus KI und IoT (Artificial Intelligence of Things) wird mit 15 Prozent nur selten genutzt.

5G

Mithilfe von 5G sollen notwendige Kapazitäten für die Übertragung von IoT-Daten in Echtzeit geliefert werden. Dabei stellt sich die Frage, ob Unternehmen 5G in IoT-Szenarien planen sollen? Die Antwort ist eindeutig und lautet ja. Denn 86 Prozent der Unternehmen befürworten diese Planung.

„Die Verfügbarkeit von 5G wird der Digitalisierung und dem Internet der Dinge (IoT) aus meiner Sicht den entscheidenden Schub verleihen. Egal ob Industrie, Energie, Gesundheit, Wissenschaft oder Unterhaltung: Der 5G-Technologie-Standard hat die notwendigen technischen Eigenschaften, um als wichtiger Impulsgeber für neue Innovationen über viele Branchen und Anwendungsfelder hinweg zu fungieren.“
– Karsten Pradel, Telefónica

Edge Computing

Eine weitere relevante IoT-Technologie ist Edge Computing. Hier werden die Daten direkt auf dem Endgerät verarbeitet. Im Moment wird dieses Thema von vielen Unternehmen als nicht ganz so wichtig empfunden. Nur 20 Prozent der Unternehmen weisen Edge Computing eine übergeordnete Rolle zu. 59 Prozent der Unternehmen hingegen geben Edge Computing eher eine untergeordnete Rolle. Prognosen zufolge wird Edge Computing für IoT-Szenarien auch in den nächsten Jahren eine geringe Bedeutung haben.

Einsatz von IoT in der Produktion

Das Haupteinsatzgebiet von IoT ist die Industrie. Das Schlagwort hier ist Industrie 4.0. 44 Prozent der Unternehmen setzen IoT im Produktionsbereich ein. Dabei werden Investitionen in neue Maschinen und Sensoren getätigt. Auch das Nachrüsten von Maschinen, Schaffen von einheitlichen Schnittstellen, Integrieren von Daten oder Vernetzen von unterschiedlichen Produktionslinien, gehören dazu.

Die Vernetzung erfolgt über das LTE/5G-Netz (43 Prozent) oder WLAN (41 Prozent). 28 Prozent der Unternehmen setzen auf ein hybrides Modell mit 5G-Diensten und gleichzeitig WLAN. Etwa 24 Prozent nutzen Industrial WLAN oder LTE-M (LTE for Machines). Hier werden die Daten üblicherweise mit Transferraten von bis zu 2 Mbit/s übertragen. Der Anteil an kabelgebundenes Industrial Ethernet liegt bei 14 Prozent, das bei Unternehmen für die Vernetzung der Produktionsstätten zum Einsatz kommt. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen verfolgen das Ziel einer selbst steuernden Produktion.

Fazit

Unternehmen haben immer noch nicht genug von IoT-Projekten und planen jetzt schon zukünftige IoT-Szenarien. Während andere Technologien kommen und gehen, bleibt IoT für Unternehmen weiterhin relevant. Denn IoT ist ein wichtiger Bestandteil der Digitalisierung. Unternehmen sollten nicht nur ihre Geschäftsprozesse optimieren und ihre Produktionskosten senken, sondern sich auch Gedanken über neue Geschäftsmodelle machen.

 

 

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